Laterale Sinusboden-Elevation mit Follow-up von 20 Jahren

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Dr. Devorah Schwartz-Arad
Tel-Aviv, Israel

  

Klinische Herausforderung

Eine 62-jährige gesunde Patientin wurde zur Extraktion von Zahn 16 an das Schwartz-Arad Chirurgiezentrum überwiesen. Die Patientin wurde 1997 behandelt und über einen Zeitraum von 20 Jahren nachkontrolliert. Interessant ist hier die Region 16. In dieser Region war der 1. Molar aufgrund eines Paro-Endo-Defekts nicht mehr behandelbar. Die Zähne 14 und 15 fehlten ebenfalls. Die vorhandene Brücke erstreckte sich von 13 auf 16. Der verfügbare Alveolarkamm war aufgrund der Pneumatisation der Sinushöhle und der Endo-Paro-Läsion des Zahnes nicht ausreichend für eine Implantation. Die Patientin wünschte eine festsitzende prothetische Restauration. Die klinische Herausforderung war die vertikale Rekonstruktion des Kieferkammvolumens über eine Sinusboden-Augmentation und eine gleichzeitige Ridge Preservation im Zuge der Extraktion von Zahn 16 für eine spätere Implantation.

  

Klinisches Ergebnis auf einen Blick

Ziele

  • Sinusboden-Elevation durch ein laterales Fenster.
  • Knochenaugmentation der Sinus maxillaris Höhle und Implantatinsertion 5 Monate später.

 Schlussfolgerungen

  • Zweizeitige Therapie mit Sinusboden-Elevation.
  • Sinusboden-Elevation mit Geistlich Bio‑Oss® und Geistlich Bio‑Gide® führt zu langfristigem klinischem Erfolg.
  • Perfekte prothetische Situation bei Nachkontrolle nach 20 Jahren.

Ziel/Ansatz

Lateraler Fenster-Ansatz1

Prophylaktische orale Prämedikation von Amoxicillin (1 g) und Dexamethason (8 mg) eine Stunde vor der Operation sowie lokale Anwendung von 0,5% Chlorhexidin für 2 Min. Es erfolgte eine Inzision am Alveolarkamm sowie eine vertikale Inzision distal der Tuberositas, um Knochen aus dieser Region zu entnehmen, der mit Geistlich Bio-Oss® gemischt wurde. Mit einem Rosenbohrer wurde bei niedriger Drehzahl ein Fenster durch die Kortikalis der lateralen Sinuswand präpariert. Dann wurde die Schneidersche Membran vorsichtig vom Sinusboden und der medialen Sinuswandab gehoben. Eine entstandene Perforation der Membran konnte mit Geistlich Bio-Gide® repariert werden. Da keine primäre Implantatstabilität erreicht werden konnte, wurde eine verzögerte 2-zeitige Implantation 5 Monate später durchgeführt. Das Kieferhöhlen-Kompartiment wurde mit Geistlich Bio-Oss® augmentiert. Die fenestrierte laterale Wand des Sinus wurde mit einer Geistlich Bio-Gide® Membran abgedeckt, der Mukoperiostlappen reponiert und mit einer 3/0 Vicryl-Naht vernäht.

Schlussfolgerung

Dieser Fall, mit einer Nachkontrolle über 20 Jahre, ist nur ein Beispiel für die vielen Patienten mit insuffizienten Alveolarkämmen, die im Schwartz-Arad Chirurgiezentrum mit Geistlich Bio-Oss® behandelt wurden. Die Sinusboden-Elevation mit Geistlich Bio-Oss® und Geistlich Bio-Gide® ist ein langfristiger, vorhersagbarer Behandlungsansatz. Die Perforation der Schneiderschen Membran beeinflusste den Implantaterfolg nicht negativ, da sie mit Geistlich Bio-Gide® korrigiert wurde.

 

Referenz:

  1. Schwartz-Arad D et al. 2004. J Periodontol. Apr;75(4):511-6. (clinical study)