Geistlich Bio-Oss® Block

  • Geistlich Bio-Oss® Block ist sehr hydrophil und saugt sich innerhalb kurzer Zeit mit Defektblut voll. Eine vorherige Rehydrierung ist nicht notwendig. Sollte der Defekt nicht genügend bluten, kann der Block vor dem Abdecken mit einer Membran auch mit Venenblut oder steriler Kochsalzlösung befeuchtet werden.
  • Zur Formgebung des Geistlich Bio-Oss® Block eignen sich Skalpell, diamantierte Trennscheiben oder Fräsen und piezochirurgische Instrumente.
  • Hartmetallfräsen wie Rosenbohrer sind ungeeignet, da sie zu starke Vibrationen auf die poröse Trabekel übertragen und zu unkontrolliertem Ausbrechen von Blockteilen führen können.
  • Eine Formgebung durch Fräsen sollte nur am trockenen Block erfolgen, da das Bohrmehl im feuchten Block die Poren verstopfen kann, die den Raum für die Knochenneubildung schaffen.
  • Im Einsatz als Interpositionsosteoplastik sollte der Geistlich Bio-Oss® Block ohne Druck, aber mit gutem Kontakt zu den angrenzenden Knochenflächen eingebracht werden. Das transponierte Knochensegment sollte daher bei Verwendung von Osteosyntheseplatten nicht am Geistlich Bio-Oss® Block, sondern am ortsständigen Knochen fixiert werden.
  • Geistlich Bio-Oss® Block eignet sich aufgrund der spröden Eigenschaft der Trabekel nicht für die Fixierung mit Osteosyntheseschrauben. Daher werden Auflagerungsosteoplastiken mit Geistlich Bio-Oss® Block nicht empfohlen.
  • Restspalten, Kanten oder Stufen können zur Konturierung mit partikulärem Knochen oder mit Geistlich Bio-Oss® Granulat ausgefüllt werden.
  • Geistlich Bio-Oss® Block besitzt keine kortikale Schicht und sollte nach den Prinzipien der gesteuerten Knochenregeneration (GBR) und zur Schonung des Weichgewebes mit einer Membran, z.B. Geistlich Bio-Gide® abgedeckt werden.
  • Geistlich Bio-Oss® Block besitzt keine osteoinduktiven Eigenschaften, ist jedoch im Gegensatz zu autologen Blöcken stabiler gegenüber Resorption. Eine Belastung oder Implantation sollte je nach Defektgröße nicht vor 6 Monaten stattfinden.
  • Zu beachten ist die spröde Konsistenz des Knochenminerals, welche die Anwendung und Applikation am Knochendefekt sehr anspruchsvoll gestaltet. Eine Knochenblockfixierung in der Auflagerungsosteoplastik mit einem herkömmlichen Osteosynthese-Set ist hier nur bedingt möglich.